Bei der Kegel-Weltmeisterschaft 2026 im österreichischen Schwaz gehörten drei Unterharmersbacher erneut zu den prägenden Gesichtern des internationalen Turniers. Besonders Bianca Golla in Diensten vom KV Liedolsheim ging für Deutschland, Frédéric Koell für Frankreich und Janos Brancsek für Ungarn sorgten mit guten Leistungen und mehreren Spitzenplatzierungen für ein erfolgreiches Abschneiden ihrer Nationen.
Im Wettbewerb der Frauen-Paare präsentierte sich Bianca Golla gemeinsam mit ihrer deutschen Partnerin Luisa Ebert in hervorragender Form. Das deutsche Duo erzielte insgesamt 1279 Kegel und sicherte sich damit die Silbermedaille. Golla steuerte starke 651 Kegel bei und war damit die beste deutsche Spielerin des Wettbewerbs. Der Weltmeistertitel ging an Ungarn mit Boglarka Hari und Anita Safrany mit 1329 Kegeln, während Kroatien mit Natasa Ravnic und Anja Vickovic mit 1272 Kegeln Bronze gewann. Die weiteren deutschen Teams belegten mit Sara Conrad und Celine Zenker mit 1260 Kegel die Plätze fünf und mit Jana-Sophie Wallishauser und Diana Langhammer mit 1205 Kegel Platz elf.

Im Männer-Paarwettbewerb erreichte Frédéric Koell gemeinsam mit seinem französischen Partner Enzo Kempf mit 1332 Kegel einen hervorragenden sechsten Platz. Koell überzeugte dabei mit starken 678 Kegeln und war maßgeblich am Erfolg des französischen Duos beteiligt. Janos Brancsek belegte zusammen mit seinem ungarischen Partner Karoly Kozma mit 1256 Kegel Rang 21. Zwei mal Edelmetall hier für Deutschland: Weltmeister wurden Lukas Funk und Daniel Barth mit starken 1372 Kegeln. Tim Brachtel und Christian Wilke erreichten mit 1361 Kegel knapp Bronze vor Österreich, Lukas Huber und Philipp Vsetecka erspielten bei der Heim WM 1364 Kegel.
Im Sprint der Frauen zeigte Bianca Golla erneut ihre Klasse. In der ersten Runde traf sie dabei im Knaller-Duell der ersten Runde auf die Kroatin Klara Sedlar. Mit 242 kratze sie knapp am Weltrekord (245 Kegel) musste dabei jedoch den Satzausgleich hinnehmen und die Entscheidung musste im Sudden Victory fallen, wo Golla denkbar knapp mit 20:23 unterlag und mit Fast-Weltrekord so das Feld räumen musste. Jana-Sophie Wallishauser hielt die deutschen Farben länger im Wettbewerb und erreichte nach zwei Siegen das Viertelfinale. Dort war jedoch gegen die Kroatin Amela Nicol Imsirovic Endstation. Der Titel ging an die Tschechin Nikola Portysova vor der Österreicherin Julia Huber.
Auch Frédéric Koell musste im Sprint der Männer früh die Segel streichen. Gegen den Kroaten Ivan Totic endete das Duell nach Satzgleichstand ebenfalls im Sudden Victory, das Koell knapp verlor. Den Weltmeistertitel sicherte sich Daniel Barth für Deutschland durch einen Finalsieg gegen den Serben Igor Kovacic.
Im Tandem-Wettbewerb der Frauen durfte Deutschland jubeln. Sarah Conrad und Luisa Ebert setzten sich im Finale gegen die Kroatinnen Paula Polanscak und Anja Vickovic durch. Nach einem Unentschieden in den regulären Durchgängen fiel die Entscheidung im Sudden Victory, das die Deutschen mit 27:24 für sich entschieden und damit den Weltmeistertitel gewannen.

Im Männer-Tandem erreichte Frédéric Koell gemeinsam mit Enzo Kempf die zweite Runde. Nach einem Auftaktsieg gegen Dänemark schied das französische Duo erst nach Sudden Victory gegen die späteren Weltmeister Matej Lepej und Janze Luzan aus Slowenien aus. Auch Janos Brancsek überzeugte mit seinem Partner Karoly Kozma. Nach einem Sieg gegen Nordmazedonien verpasste das ungarische Duo den Einzug in die nächste Runde nur knapp und unterlag den Polen ebenfalls erst im Sudden Victory. Der Titel ging schließlich an die Slowenen vor den Kroaten Ivan Totic und Pere Petric.

Besonders erfolgreich verlief die Weltmeisterschaft für Bianca Golla im Einzelwettbewerb. Bereits in der Qualifikation belegte sie mit 651 Kegeln den hervorragenden zweiten Platz. Anschließend setzte sie sich souverän gegen mehrere starke Konkurrentinnen aus Ungarn durch und gewann im Viertelfinale auch das nationeninterne Duell gegen Celine Zenker. Mit einem überzeugenden Halbfinalsieg gegen die weitere Ungarin Anita Safrany zog Golla ins Endspiel ein. Dort wartete die Kroatin Anja Vickovic, die sich mit 3:1 Sätzen und 662:639 Kegeln letztendlich verdient durchsetzen konnte. Bianca Golla freute sich nach einer beeindruckenden Turnierleistung über die Silbermedaille. Celine Zenker erreichte das Viertelfinale, während Luisa Ebert und Sarah Conrad ebenfalls die K.-o.-Runde erreichten. Jana-Sophie Wallishauser verpasste als 34. der Qualifikation den Sprung unter die besten 32 denkbar knapp.
Auch Frédéric Koell zeigte im Einzel der Männer ein starkes Turnier. Mit 678 Kegeln qualifizierte er sich als Achter für die Endrunde. Dort setzte er sich zunächst gegen den Serben Milos Simijonovic und anschließend gegen dessen Landsmann und zum erweiterten Favoritenkreis zählenden Igor Kovacic durch. Erst im Viertelfinale war gegen den späteren Kombinations-Weltmeister Tim Brachtel Schluss. Der Weltmeistertitel ging an den Serben Alen Kujundzic vor Simon Magala aus der Slowakei. Tim Brachtel und Marco Endres erreichten als beste Deutsche das Halbfinale und somit die Bronze Medaille.

In der Kombination, bei der die Ergebnisse aus Paar- und Einzelwettbewerb addiert werden, gewann Bianca Golla eine weitere Medaille. Mit insgesamt 1320 Kegeln belegte sie Rang zwei und musste sich lediglich der Ungarin Hari Boglarka geschlagen geben. Bronze sicherte sich die Kroatin Paula Polanscak. Bei den Männern gewann Tim Brachtel mit herausragenden 1430 Kegeln die Goldmedaille vor den beiden Österreichern Lukas Huber und Lukas Temistokle. Deutschland beendete die Weltmeisterschaft als erfolgreichste Nation. Mit vier Gold-, drei Silber- und drei Bronzemedaillen führte das deutsche Team den Medaillenspiegel vor Kroatien, Ungarn und Serbien an. Aus Sicht des SKC Unterharmersbach war die Weltmeisterschaft nach den Erfolgen im U23 Bereich auch bei den Frauen und Männern damit ein voller Erfolg.
Bilder: DKBC